Somalia : Flugzeug von US-Abgeordnetem unter Beschuss

Das Flugzeug des US-Kongressabgeordneten Donald Payne ist offenbar nur knapp einem Raketenschlag entkommen. Die Rakete traf den Flughafen in Mogadischu beim Start der Maschine.

Nairobi / MogadischuKurz nach dem Abflug des Abgeordneten seien noch fünf weitere Raketen im Flughafen eingeschlagen, berichtet der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf einen Flughafensprecher.

Bei seinem Aufenthalt in der somalischen Hauptstadt Mogadischu traf der Abgeordnete Vertreter der somalischen Regierung, um über Hilfen der internationalen Gemeinschaft für das Land zu diskutieren. Seit 1991 hat Somalia keine funktionierende Regierung mehr. Um einen Friedensprozess bemühen sich Präsident Scheich Sharif Sheik Ahmed und Ministerpräsident Omar Abdirashid Ali Sharmarke. Mehrere radikalislamische Gruppierungen machen ihnen dabei schwer zu schaffen. Zu den Hardlinern gehören insbesondere die Al Schabab-Miliz, die von den USA als Terrororganisation eingestuft wird und enge Verbindungen zum Netzwerk der Al Quaida haben soll.

Somalia gilt unter Politologen als gescheiterter Staat. 18 Jahre Bürgerkrieg, 14 Übergangsregierungen, diverse Hunger- und Flüchtlingskatastrophen treiben die Bevölkerung ins Elend. In 2006 übernahm kurzzeitig die Union Islamischer Gerichtshöfe (UCI) die Kontrolle, deren damaliger Vorsitzender der heutige Präsident Ahmed war. Dann eroberte die äthiopische Armee unter dem Banner des "Krieges gegen Terrorismus" das Land mit Unterstützung der USA zurück. Ahmed leitete später die Friedensverhandlungen, um einen Truppenabzug zu erzielen. Für die Radikalen der Schabab-Miliz ist seit dieser Zeit die USA ein erklärtes Feindbild, Präsident Ahmed gilt ihnen als zu gemäßigt.

Die innenpolitischen Probleme Somalias und die prekäre Lage eines Großteils der Bevölkerung gilt als Mitursache für die zunehmenden Piratenübergriffe vor der somalischen Küste. Es wird vermutet, dass auch radikalislamische Gruppen von der Beute der Piratenstreifzüge profitieren. (mm, dpa)

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