Somalia : Lage der Flüchtlinge in Mogadischu dramatisch

Mit eindringlichen Schilderungen haben internationale Hilfsorganisationen auf die katastrophale Lage in Somalia hingewiesen. Bei neuen Gewaltakten starben mindestens sieben Menschen.

Genf/Mogadischu - Die Flüchtlinge verließen die umkämpften Viertel der Hauptstadt Mogadischu, sagte eine UN-Sprecherin in Genf. Eine der Hauptstraßen der Stadt sei voller Menschen, die sich in Sicherheit bringen wollten. Die Lage sei chaotisch, beschrieb Jennifer Pagonis das Flüchtlingselend. Unterdessen gab es weiter schwere Kämpfe. Seit Februar flohen nach UN-Angaben rund 321.000 Menschen aus Mogadischu.

Allein etwa 41.000 Flüchtlinge seien in der rund 30 Kilometer entfernten Stadt Afgooye gestrandet, wo Helfer um ihre Versorgung kämpften. Doch die "hungrige und durstige Menge ist immer schwieriger zu kontrollieren, was die Verteilung von Hilfsgütern erschwert", sagte Pagonis. Inzwischen griffen Durchfallerkrankungen und Cholera um sich. Hugues Robert, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans frontières, MSF) in Genf, sprach von hunderten Flüchtlingen in mehreren Camps, die an Diarrhö erkrankt seien. Die Lage in Afgooye drohe, sich zu einer humanitären Krise auszuwachsen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählte seit Jahresbeginn fast 12.500 akute Diarrhö-Fälle in Flüchtlingslagern, darunter mehr als 400 Todesfälle.

Bei neuer Gewalt in Somalia wurden mindestens sieben Menschen getötet. In der Nähe eines Hotels im Süden der Hauptstadt explodierte eine Autobombe. Dabei wurden nach Zeugenangaben vier Menschen getötet und etwa fünf weitere verletzt. Der Sprengsatz ging vor dem Hotel Ambassadeur hoch, in dem Minister der Übergangsregierung sowie weitere Politiker und Armeeangehörige wohnen. Zuvor war in ein Gebäude im südlichen Stadtteil Tawfiq ein Mörsergeschoss eingeschlagen und hatte laut Zeugen mindestens drei Menschen getötet. In Afgooye brachte ein Selbstmordattentäter eine Lastwagenbombe in einem Stützpunkt der äthiopischen Armee zur Explosion. Dabei wurden zwei somalische Soldaten verletzt, wie ein Anwohner berichtete. (tso/AFP)

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