Somalia : Mindestens 22 Tote bei schweren Gefechten

In Somalias Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 22 Menschen bei Gefechten zwischen islamistischen Milizen und Anhängern eines Warlords ums Leben gekommen.

Mogadischu - Bei schweren Gefechten zwischen islamistischen Milizen und Anhängern eines Warlords in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Montag mindestens 22 Menschen getötet worden. Nach Angaben von Anwohnern und Milizen-Kommandeuren kamen neun Kämpfer des letzten in Mogadischu verbliebenen Warlords Abdi Hassan Awale Qeydiid ums Leben sowie fünf islamistische Kämpfer und acht Zivilisten. Hunderte Menschen flohen aus den umkämpften Stadtteilen, wo mit Artillerie, Mörsergranaten und Raketen geschossen wurde. Seit Sonntag starben bei den Kämpfen in Mogadischu rund 60 Menschen.

Der Islamisten-Kommandeur Ahmed Farah kündigte die Fortsetzung der Kämpfe an, bis Qeydiid aufgebe und sich den islamischen Gesetzen unterwerfe. Islamistenführer Scheich Sharif Scheich Ahmed rief Qeydiid zum Einlenken auf, «um das Leben der jungen Kämpfer zu schützen». Qeydiid habe ein Verhandlungsangebot nicht angenommen. Daher sei «Kämpfen die einzige Option». Vize-Übergangsregierungschef Hussein Aidid, der zugleich ein einflussreicher Warlord ist und wie Qeydiid Widerstand gegen die Islamisten leistet, verlangte die Ausgrenzung der an den Kämpfen beteiligten Islamisten von den für Samstag im Sudan geplanten Friedensgesprächen.

Die so genannten islamischen Gerichte hatten am Sonntag die vollständige Einnahme Mogadischus verkündet und den Sieg über Qeydiids und Aidids Anhänger erklärt. Bereits vor rund drei Wochen hatten die Islamisten den Großteil der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Sie kontrollieren inzwischen neben Mogadischu auch drei der 18 Regionen im Land. Insgesamt kamen bei den seit Februar andauernden Kämpfen mehr als 300 Menschen ums Leben. In Somalia herrscht seit dem Sturz der Regierung 1991 Chaos und Gewalt. (tso/AFP)

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