Somalia : Regierungstruppen starten Offensive gegen Milizen

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist es zu neuen Gefechten gekommen. Hier halten sich mindestens 100.000 Dürre-Flüchtlinge auf.

Regierungstruppen hätten mit Hilfe der Friedenstruppe der Afrikanischen Union weitere Stadtteile eingenommen, die unter Kontrolle der islamistischen Al-Shabbab-Miliz standen, berichtete der somalische Online- Dienst „Shabelle.net“. Mindestens vier Menschen seien getötet worden.

In der Millionenstadt Mogadischu halten sich mindestens 100 000 Dürre- Flüchtlinge auf. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind in Somalia 3,7 Millionen Menschen auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Am schlimmsten ist die Hungersnot im Süden, der von Al Shabbab kontrolliert wird. Am Mittwoch waren vier kenianische Soldaten durch eine Bombenexplosion an der Grenze getötet worden. Die Miliz verweigert dem Welternährungsprogramm (WFP) den Zugang zu den von ihr kontrollierten Gebieten. Die UN-Organisation begann am Mittwoch, Aufbaunahrung nach Mogadischu zu fliegen. Ein Teil davon soll in den Süden gebracht werden. Wie das geschehen soll, ist nicht klar. Dort arbeiten jedoch immer noch somalische und auch internationale meist muslimische Hilfswerke.

Die international anerkannte Übergangsregierung kontrolliert nur einen Teil Somalias. Sie wird von 9000 ugandischen und burundischen AU-Soldaten geschützt. Der größte Teil Somalias steht unter Kontrolle der Al-Shabbab-Milizen, die sich selbst zum Ableger des Terrornetzwerks Al Qaida erklärt haben. Die Europäische Union verlängerte die Ausbildung von somalischen Soldaten in Uganda derweil um ein weiteres Jahr.

Ein Sprecher der AU-Truppe sagte dem britischen Sender BBC, eine kurze, taktische Offensive am Donnerstag solle es Hilfsorganisationen erleichtern, Hungernde zu versorgen. In Ostafrika sind elf Millionen Menschen von einer Hungersnot bedroht. Neben Somalia sind auch Kenia, Äthiopien, Eritrea, Uganda und Djibouti von der Dürre betroffen.

Die Deutsche Welthungerhilfe hat wie Ärzte ohne Grenzen am Vortag Kenia aufgefordert, ein zweites, bereits fertiggestelltes Flüchtlingslager freizugeben. Kenias Premierminister Raila Odinga hatte das vor zehn Tagen zugesagt. Das Lager ist aber weiter geschlossen. (epd/dpa)

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