Somalia : UN befürchten neues Flüchtlingsdrama

Die somalische Übergangsregierung gerät zunehmend in Bedrängnis. Mitten in den Auseinandersetzungen mit radikal-islamischen Milizen hat der Präsident einen neuen Militärchef ernannt. Das UN-Flüchtlingswerk beobachtet mit großer Sorge, dass viele Zivilisten unter der Gewalt leiden.

Nairobi/MogadischuDas UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR äußerte sich tief besorgt über die neue Eskalation der Gewalt in Somalia. Nach Schätzungen der Organisation sind innerhalb einer Woche etwa 30 000 Menschen geflohen, sagte eine UNHCR-Sprecherin in Nairobi. Viele Einwohner der somalischen Hauptstadt Mogadischu hätten wegen der schweren Kämpfe tagelang in ihren Häusern in der Falle gesessen und nicht einmal die Stadt verlassen können. Hunderte von Kleinbussen hätten die Flüchtlinge nach Afgooye gebracht, wo rund 30 Kilometer von Mogadischu entfernt bereits rund 400.000 Bürgerkriegsflüchtling auf engstem Raum leben.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuz (IKRK) zeigte sich außerdem besorgt über den hohen Anteil von Zivilisten unter den Opfern. Allein in dieser Woche wurden in den beiden in Mogadischu noch funktionierenden Krankenhäuser mehr als 400 Zivilisten behandelt, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Ärzte und Krankenschwestern arbeiteten rund um die Uhr, hieß es.

Der scheidende Militärchef wurde zum Sicherheitsberater des Präsidenten bestellt. (sp/dpa)


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