Somalia : US-Luftangriff auf mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen

Bei einem US-Luftangriff auf mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen in Somalia sind nach Informationen der Regierung des ostafrikanischen Landes mindestens 30 Menschen getötet worden.

Washington/Nairobi - Augenzeugen berichteten, dass unter den Opfern sechs Mitglieder einer Familie seien, die auf einer Hochzeitsfeier waren. "US-Kampfflugzeuge haben drei Dörfer im Grenzgebiet zu Kenia angegriffen", sagte Colonel Omar Addi in Kismayo. "Die Angriffe waren mit uns abgesprochen", sagte Addi.

Der somalische Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed hat den USA das Recht auf Luftangriffe gegen Mitglieder des Al-Qaida-Netzwerks "in aller Welt" zuerkannt. Auf einer Pressekonferenz in Mogadischu sagte der Präsident, die Angriffe der US-Luftwaffe im Süden Somalias hätten sich gegen die Urheber der Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 gerichtet, bei denen mehr als 220 Menschen getötet worden waren. Deshalb seien die Luftangriffe "richtig" und "zur rechten Zeit" erfolgt.

Kampfflugzeug soll von Dschibuti gestartet sein

Der somalische Informationsminister Ali Jama sagte, am Montag habe es im Süden des Landes mehrere Angriffe der US-Luftwaffe gegen "Terroristen" gegeben, bei denen "zahlreiche Menschen" getötet worden seien. Der Regierungssprecher Abdirahman Dinari sprach von einem Luftangriff auf das Dorf Badel am Montagnachmittag. Dort hätten sich "Terroristen versteckt". Während der Angriffe seien laut ihm vorliegenden Informationen auch "andere Orte nahe der kenianischen Grenze" getroffen worden, fügte Jama.

Die in Dschibuti stationierte Combined Joint Task Force wollte sich zu den Angriffen nicht äußern. Das US-Kampfflugzeug vom Typ AC-130 soll nach Medienberichten in Dschibuti gestartet sein. Ein unbemanntes Aufklärungsflugzeug habe zuvor Hinweise auf das mutmaßliche Terroristenversteck geliefert. (tso/dpa)

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