Somalia : Zehntausende fliehen vor Gewalt in Mogadischu

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind erneut schwere Kämpfe zwischen äthiopischen Soldaten und islamistische Rebellen ausgebrochen. Acht Menschen starben, rund 90.000 sind auf der Flucht.

Nairobi/Mogadischu Bei den Toten handelt es sich Berichten aus Mogadischu zufolge um fünf äthiopische Soldaten und drei Somalier, unter ihnen zwei Zivilisten. "Allein heute wurden zwölf Verletzte eingeliefert, und wir haben bereits mehr als 100 Verletzte", sagte Krankenhausdirektor Dahir Dhere. Augenzeugen berichteten über wütende Somalier, die mit Stöcken auf die Leichen äthiopischer Soldaten eingeschlagen hätten.

Bereits am vergangenen Wochenende waren bei den bisher schwersten Kämpfen seit Monaten zehn Menschen getötet und tausende in die Flucht getrieben worden. Ebenso wie vor einer Woche begannen die Kämpfe am Freitag, als die Äthiopier Truppen zur Verstärkung in die Stadt brachten.

Allein in den vergangenen drei Tagen sind etwa 90.000 Menschen aus Mogadischu geflohen. Sie suchten in Gebieten Zuflucht, in denen bereits mehrere hunderttausend Flüchtlinge leben. UN und Hilfsorganisationen befürchten eine Katastrophe. "Die Flüchtlinge brauchen Wasser, Lebensmittel, Unterkunft und Medikamente", sagte Graham Davison, Programmdirektor der Hilfsorganisation World Vision in einem Telefongespräch aus Mogadischu. "Wir haben die Mittel, sie zu versorgen, aber wir können nicht zu ihnen zu gelangen."

Im Dezember 2006 hatten Soldaten der somalischen Übergangsregierung mit Hilfe äthiopischer Truppen die Vorherrschaft der Islamisten in dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Land am Horn von Afrika gebrochen. Seitdem liefern sich islamistische Milizen sowie örtliche Clans einen Guerillakrieg mit den von Äthiopien unterstützten Truppen der schwachen Übergangsregierung. Eine Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) soll für Ordnung sorgen. Bis jetzt ist aber nur ein kleiner Teil der geplanten 8000 AU- Soldaten in Somalia eingetroffen. (mit dpa)

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