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Sondierungsgespräche in Hessen : Zwischen CDU und SPD liegt ein weiter Weg

Mehr als zwei Stunden loten die Spitzen von CDU und SPD in Hessen aus, ob es eine Basis fürs gemeinsame Regieren geben könnte. Von einem historischen Treffen ist die Rede - dabei fällt gar keine Entscheidung.

Hessen: Am Mittwoch trafen sich die Parteichefs Volker Bouffier (CDU) und Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) zu einem ersten Sondierungsgespräch.
Hessen: Am Mittwoch trafen sich die Parteichefs Volker Bouffier (CDU) und Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) zu einem ersten...Foto: dpa

CDU und SPD in Hessen halten sich nach ihrem ersten Gespräch seit der Landtagswahl hinsichtlich der Chancen von Schwarz-Rot im Land bedeckt. „Die Wege sind weit“, betonten die beiden Parteivorsitzenden Volker Bouffier (CDU) und Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) am Mittwoch in Gießen nach der rund zweistündigen Unterredung mit den Parteispitzen. Sie erinnerten daran, dass es ein ähnliches Treffen zwischen Union und Sozialdemokraten in Hessen das letzte Mal vor mehr als 60 Jahren gegeben habe.

Die beiden Politiker traten nacheinander vor die wartenden Journalisten. Sie sprachen von einer konstruktiven Atmosphäre. Es sei auch um schwierige Themen gegangen, insbesondere die Positionen zu Bildung oder der Finanzlage. CDU und SPD wollen sich am kommenden Mittwoch (9. Oktober) zu einer zweiten Gesprächsrunde treffen.

Daraus könne man erkennen, dass es beiden ernst sei, „ohne dass wir zum heutigen Zeitpunkt sagen können, zu welchem Ende die Dinge kommen werden“, sagte Ministerpräsident Bouffier. Der SPD-Chef betonte ebenfalls, Interpretationen über den Ausgang der Gespräche seien völlig verfrüht. „Wir befinden uns als hessische SPD bis Ende Oktober in einer Phase von Vorgesprächen.“ Union und Sozialdemokraten wollen in den kommenden Tagen auch mit den Grünen reden: Die SPD trifft sich mit ihnen am Freitag, die CDU am Montag.

Bei der Landtagswahl am 22. September hatte weder die bisherige Regierung aus Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine Mehrheit erreicht.

Rechnerisch möglich sind unter anderem ein schwarz-rotes, ein schwarz-grünes oder ein rot-rot-grünes Bündnis. Eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP haben die Liberalen ausgeschlossen. (dpa)

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