Politik : Sozialdemokraten debattieren Lafontaines Lebensstil

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Berlin SPD-Vize Kurt Beck hat sich in die Debatte um den Lebensstil von Oskar Lafontaine eingeschaltet. „Wer eine Tonlage anschlägt, die so tut, als käme sie vom einzig wahren Vertreter der Benachteiligten in unserer Gesellschaft, muss sich die Frage nach seiner persönlichen Lebensweise gefallen lassen“, sagte er dem Tagesspiegel. Der Sprecher des rechten SPD-Flügels, Klaas Hübner, sagte, Lafontaine versäume es lieber, „sein Programm zu vermitteln, als auf Privilegien zu verzichten“. Lafontaine hatte nicht an einem Leserforum der „Bild am Sonntag“ teilgenommen, weil ihm die Reise mit Linienflugzeugen zu aufwändig war. Einen Privatjet zu chartern, lehnte die Zeitung ab. Lafontaine warf dem Blatt vor, zu lügen – die Zeitung habe ihm ein solches Flugzeug vielmehr angeboten. Deren Chefredakteur bestritt dies. Ein PDS-Sprecher kündigte rechtliche Schritte Lafontaines an.

Parallel zu dieser Diskussion um „Luxus-Linke“ sorgt sich die Linkspartei um ihre Wahlchancen. Vor dem Startschuss von Lafontaine und Gregor Gysi lag die PDS bei fünf Prozent, stieg dann im Bunde mit der WASG auf zweistellige Werte. In jüngsten Umfragen aber fällt sie – auf acht Prozent etwa bei der Forschungsgruppe Wahlen. Die Parteiführung baut vor. Nicht abheben „und die Losung acht Prozent“, hat Wahlkampfchef Bodo Ramelow verkündet, alles andere wäre „das Sahnehäubchen obendrauf“. Dahinter steckt die Sorge, zu hohe Erwartungen könnten zu Enttäuschungen führen. Zudem fürchtet die Führung, eine zu große Fraktion könnte kaum noch zusammenzuhalten sein. Vor allem in der WASG wird das anders gesehen. Ihr Vorsitzender Thomas Händel nannte „Ängste, dass die künftige Parlamentsfraktion vielleicht ein bisschen zu groß“ werden könnte, unbegründet: „Sie kann gar nicht groß genug werden.“ has/m.m.

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