Soziales : Gewerkschaften lehnen Renten-Anzeigen der Regierung ab

Die Gewerkschaften Verdi und IG Metall weigern sich, in ihren Mitgliederzeitschriften Anzeigen des Bundessozialministeriums zur Rente mit 67 zu drucken. Sie sehen im späteren Rentenalter eine Kürzung der Bezüge.

Frankfurt/Main"Der Widerspruch zwischen dieser Botschaft und unserer politischen Position ist einfach zu groß", sagte eine Verdi-Sprecherin. Die Redaktion des Hausblatts "publik" habe sich deshalb gegen die Veröffentlichung der Anzeigenstrecke entschieden. Auch IG-Metall-Chef Jürgen Peters rechtfertigte in einem Infodienst seiner Gewerkschaft die Entscheidung, die Anzeige in der Mitgliederzeitschrift "metall" abzulehnen: "Die große Mehrheit der Bevölkerung weiß, dass die Rente mit 67 ein falscher Weg ist. Die Bundesregierung setzt sich aber erneut darüber hinweg."

Wie der wöchentliche IG-Metall-Infodienst "direkt" berichtete, verzichtet die Gewerkschaft damit auf viel Geld. Angaben, dass die gesamte Kampagne fünf Millionen Euro gekostet habe, wies das Ministerium aber zurück. "Das ist eine reine Phantasie-Zahl. Wir geben nicht einmal die Hälfte dafür aus", sagte Ministeriumssprecher Stefan Giffeler. Zudem handle es sich "nicht um eine isolierte Werbemaßnahme, sondern um eine breit angelegte Aufklärungskampagne zu einem unserer drängendsten Probleme". An dem Entwurf einer Kölner Werbeagentur mit dem Slogan "Kein Grund zum Jubeln. Aber richtig" habe es nichts auszusetzen gegeben. Die Gewerkschaften sind entschieden gegen die "Rente mit 67", die sie als Rentenkürzungsprogramm ablehnen. (mit dpa)

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