Soziales : Von der Leyen führt höhere Geburtenrate auf Eltergeld zurück

In Deutschland werden mehr Kinder geboren. Für Familienministerin Ursula von der Leyen klares Indiz, dass die Einführung des Elterngeldes dahinter steckt - immer mehr Haushalte beantragen die Förderung. Nun will von der Leyen auch die Tagesmütter stärken.

Passau/HannoverBundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Einführung des Elterngelds und dem Anstieg der Geburtenrate in Deutschland. "Eine Zunahme der Geburten sehen wir vor allem bei den 30- bis 40-jährigen Frauen. Das sind zumeist Frauen, die ohne Elterngeld womöglich gezögert hätten, ein erstes, zweites oder drittes Kind zu bekommen", sagte von der Leyen der "Passauer Neuen Presse" laut Vorabbericht. Von einer Trendwende wolle sie jedoch erst sprechen, wenn sich diese Entwicklung auch die kommenden Jahre fortsetze.

Das Elterngeld habe die Erwartungen weit übertroffen, sagte die Ministerin. "Es wird inzwischen von 98 Prozent aller Haushalte beantragt, in denen ein Kind geboren wird. Im Jahr 2006 hatten nur 77 Prozent der Eltern das damalige Erziehungsgeld erhalten", sagte sie. In der Bevölkerung, aber vor allem bei den Personalverantwortlichen in den Unternehmen wachse die Zustimmung zum Elterngeld.

Zahl der Tagesmütter bis 2013 verdoppeln

Zugleich kündigte von der Leyen an, die Zahl der Tagesmütter zu erhöhen. "Wir wollen, dass wir im Jahr 2013 ein Drittel der Betreuungsplätze für unter Dreijährige in der Tagespflege haben. Um das zu erreichen, muss die Zahl der Tagesväter und Tagesmütter in Deutschland bis dahin auf etwa 66.000 verdoppelt werden", sagte sie der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Bund und Länder würden 65 Millionen Euro investieren - vor allem, um das Berufsbild attraktiver zu machen und Tagespflegeplätze besser zu vermitteln.

"Bund und Länder arbeiten gemeinsam an bundesweit einheitlichen Standards für die Qualifizierung von Tagesmüttern und Erziehern. In der Tagespflege passierte bisher leider viel in der Schwarzarbeit. Das muss ein Ende haben!", forderte von der Leyen. Für Tagesmütter solle ein fundiertes Ausbildungsprogramm vereinbart werden. "Themen wie Sprachentwicklung, Sicherheit, medizinische Notfälle oder der regelmäßige Austausch mit den Eltern gehören dazu. Mein Ziel ist, dass wir hierfür bald gemeinsame Vereinbarungen von Bund und Ländern haben", sagte von der Leyen. (saw/ddp)

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