Politik : Sozialisten küren Jospin

Zwei Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich haben die Sozialisten Premierminister Lionel Jospin offiziell zu ihrem Kandidaten gekürt. Die Parteibasis sprach sich mit 99,07 Prozent für den 64-Jährigen aus, der einer neuen Umfrage zufolge mit Amtsinhaber Jacques Chirac gleichauf liegt. Auf einem außerordentlichen Parteikongress in Paris wurde Jospin am Sonntag von den Delegierten begeistert gefeiert.

Die Kür Jospins war nach der Ankündigung seiner Kandidatur in der letzten Woche nur eine Formalität, er hatte keinen Gegenkandidaten. Das Motto der sozialistischen Wahlkampagne lautet "anders regieren". Der Sozialist will die Arbeitslosigkeit bekämpfen und tritt für ein "starkes Frankreich in der Welt" ein.

Der Regierungschef liefert sich mit dem Neogaullisten Chirac ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Wählergunst. Eine Ifop-Umfrage für die Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" weist für beide genau 50 Prozent der Stimmen aus. Der erste Wahlgang findet am 21. April statt, die Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten am 5. Mai.

Unterdessen versucht Chirac, die zersplitterte Rechte in einer Sammlungsbewegung für die Präsidentschaftswahl hinter sich zu bringen. Mehrere tausend Politiker der neogaullistischen RPR, des bürgerlichen Parteienbündnisses UDF und der Liberaldemokraten versammelten sich am Samstag in Toulouse.

Der in den Umfragen weit abgeschlagene UDF-Kandidat Francois Bayrou wurde für den Satz ausgebuht: "Ich weiß nicht, wer (in der ersten Runde) gewinnen wird." Hauptpunkt der Kampagne Chiracs ist die Bekämpfung von Gewalt und Kriminalität in den Städten. Außerdem will er die Einkommensteuer schrittweise innerhalb von fünf Jahren um ein Drittel senken.

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