Politik : Sozialisten verlieren sogar Barcelona

Madrid - Die spanischen Sozialisten (PSOE) von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero haben bei Regional- und Kommunalwahlen am Sonntag vermutlich ein Debakel erlitten. Nach Prognosen auf der Grundlage von Wählerbefragungen büßte die PSOE in weiten Teilen des Landes erhebliche Stimmeinbußen. Die konservative Volkspartei (PP) gewann kräftig hinzu und behauptete ihre klaren Mehrheiten unter anderem in den Regionen Madrid und Valencia.

„Das ist der Beginn einer neuen politischen Etappe in unserem Land“, sagte die PP-Politikerin Ana Mato. Die PSOE-Sprecherin Elena Valenciano räumte ein: „Dies wird keine gute Wahlnacht für die Sozialisten sein.“ In der Bevölkerung herrsche Unzufriedenheit, und dies sei angesichts derWirtschaftskrise verständlich. Die Wahlen galten als wichtiger Test für die Anfang 2012 anstehende Parlamentswahl, bei der Zapatero nicht mehr antreten will.

Erstmals werden die Sozialisten demnach auch nicht im Rathaus von Barcelona regieren. Die Partei von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero habe in der katalanischen Metropole eine historische Wahlniederlage erlitten, berichtete am Sonntagabend der Fernsehsender TV3 unter Berufung auf Nachwahlbefragungen. Das nationalistische Bündnis Convergencia i Unio (CiU) habe in Barcelona die meisten Stimmen eingefahren. Die Sozialisten regierten die Stadt seit der ersten Kommunalwahl nach dem Ende des Franco-Regimes im Jahre 1979.

Hintergrund ist vor allem die Unzufriedenheit vieler Spanier mit dem strikten Sparkurs der Regierung Zapatero. In den vergangenen Tagen bildete sich eine beispiellose Protestwelle, die vor allem von Jugendlichen getragen wird. AFP/dpa

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