Politik : Sozialistischer Lokalpolitiker und sein Leibwächter getötet

Bei der Explosion einer Autobombe ist in der baskischen Hauptstadt Vitoria am Dienstag ein Lokalpolitiker und sein Leibwächter getötet worden. Die Detonation ereignete sich am späten Nachmittag auf einem Universitätsgelände in unmittelbarer Nähe des Sitzes der baskischen Regionalregierung, wie die Polizei mitteilte. Bei dem Politiker handelt es sich um Fernando Buesa, den Chef der Sozialistischen Partei in der Provinz Alava. Buesa war ein Gegner der baskischen Unabhängigkeit. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand, Innenminister Jaime Mayor Oreja machte aber die baskische Untergrundorganisation ETA verantwortlich. Spaniens Innenminister Oreja unterbrach nach dem Anschlag einen Besuch in der Stadt Benidorm und machte sich auf den Weg nach Vitoria.

Die Explosion erschütterte das Regierungsgebäude, in dem zum Zeitpunkt des Anschlags eine Pressekonferenz stattfand. Vitoria ist zugleich Hauptstadt der Provinz Alava und der autonomen Region Baskenland. Die Partei von Buesa lehnt eine baskische Unabhängigkeitsbestrebungen ab und favorisiert die gegenwärtige Regelung mit einer weit reichenden Autonomie der Region im Nordosten Spaniens. Die Regierung in Vitoria wird dominiert von der moderaten baskischen Nationalpartei, die zwar für die Unabhängigkeit der Region eintritt, aber gegen den Terror der ETA. Buesa hatte noch am Samstag in San Sebastian an einer Demonstration gegen die baskische Terrorgruppe teilgenommen.

Der Anschlag am Dienstag war bereits der zweite, nachdem die ETA im Dezember ihren 14 Monate andauernden Waffenstillstand aufgekündigt hatte. Am 21. Januar wurde bei einer Explosion zweier Autobomben in Madrid ein Heeresoffizier getötet. In Spanien fielen in den letzten 22 Jahren fast 800 Menschen dem bewaffneten ETA-Kampf für ein unabhängiges Baskenland zum Opfer.

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