Politik : Sozialistischer Patriot

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Er schätzt den kultivierten Umgang, Politiker sollen keine Marktschreier sein. Aber wenn es um historische Gerechtigkeit geht, wird Wlodzimierz Cimoszewicz (53) energisch. Wenn die populistische Opposition seiner Familie Landesverrat vorwirft – wo die Eltern doch im nationalen Widerstand aktiv waren. Oder wenn er den Eindruck hat, dass Deutsche die Schuld an den NaziVerbrechen relativieren. Von seiner exkommunistischen Partei verlangt er Gewissenserforschung. Dabei hat ihm der Sozialismus Chancen eröffnet: Jurastudium, Arbeit für die UN in Genf, Fulbright-Stipendiat 1980–82 in New York. Er blieb ein bürgerlicher Sozialist. Der am Runden Tisch den Übergang zur Demokratie mitverhandelte. Und 1996/97 Regierungschef war – als Nato und EU Polen zu Beitrittsgesprächen einluden. Jetzt kämpft er als Außenminister um den Einfluss, der einem Land von Polens Größe in Europa gebührt. cvm

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