Sozialpolitik : Rentner sollen mehr hinzuverdienen dürfen

Jüngere Rentner sollen künftig deutlich mehr als 400 Euro im Monat dazuverdienen dürfen – zumindest wenn es nach der FDP geht. Rentner, die vor 65 in den Ruhestand gehen, sollen demnach so viel dazuverdienen können sollen, bis das letzte Bruttogehalt erreicht ist.

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Berlin - „Die bisherige Regelung ist viel zu starr“, kritisiert FDP-Fraktionsvize Heinrich Kolb. Wer vor dem 65. Lebensjahr in Rente geht, soll nach dem Willen des FDP-Sozialexperten künftig so viel dazuverdienen können, dass er inklusive der Rentenzahlungen das letzte Bruttogehalt erreicht. Auf diese Regelung habe die Koalition sich auf Fachebene verständigt, sagt Kolb.

Die Union bestreitet dies jedoch. „Zwischen den Fachleuten der Koalition hat es Gespräche gegeben, aber eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagt der CDU-Arbeitsmarktexperte Karl Schiewerling. Grundsätzlich könne die Union sich vorstellen, die Zuverdienstmöglichkeiten für Rentner zu verbessern. „Die Auswirkungen einer solchen Änderung müssen aber noch überprüft werden“, mahnt der CDU-Politiker. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte, mit Blick auf die Einführung der Rente mit 67 gebe es Überlegungen, Zuverdienste attraktiver zu machen. Eine gesetzliche Initiative im Laufe des Jahres sei realistisch. Aber es gebe „noch keine abschließenden Überlegungen, geschweige denn Abstimmungen“.

Von gelockerten Zuverdienstmöglichkeiten könnte nach Angaben des FDP-Sozialexperten Kolb jeder zweite Neurentner profitieren. Derzeit gingen etwa die Hälfte der Beschäftigte im Alter zwischen 63 und 65 Jahren in den Ruhestand. Derzeit dürfen Frührentner bis zum Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze maximal 400 Euro im Monat dazuverdienen. FDP-Generalsekretär Christian Lindner versicherte, die Pläne hätten nichts mit alten Vorruhestandsregelungen zu tun, die oft dazu gedient hätten, „Arbeitnehmer stillzulegen“. Mit der Änderung solle die Erwerbsbeteiligung Älterer erhöht werden.

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