Sozialpolitik : Suche nach Pflegeheim soll leichter werden

Wer für sich oder seine Angehörigen ein Pflegeheim sucht, soll in Zukunft die Qualität der Einrichtungen besser prüfen können.

Antje Sirleschtov

BerlinWer für sich oder seine Angehörigen ein Pflegeheim sucht, soll in Zukunft die Qualität der Einrichtungen besser prüfen können. Das hat ein Bündnis von Verbraucherschützern, Betreibern und Bewohnern am Freitag gefordert. Es rief alle Betreiber von Pflegeheimen auf, Berichte über ihre Arbeit zu veröffentlichen, um die Auswahl zu erleichtern.

Bisher prüft zwar der Medizinische Dienst der Pflegekassen regelmäßig die Qualität der Pflegeheime. Eine Veröffentlichung der Prüfungsergebnisse allerdings ist untersagt. Erst mit der Pflegereform, deren Eckpunkte die Bundesregierung vor der Sommerpause verabschiedet hatte, sollen Betroffene die Möglichkeit zur vergleichenden Qualitätsprüfung bekommen. Das Bündnis begrüßte eine solche gesetzliche Neuregelung, wies zugleich jedoch darauf hin, dass die veröffentlichten Informationen von unabhängigen Gutachtern erstellt werden müssten. Der Gesetzgeber sei auch angehalten, den Heimbetreibern nicht allzu viel Mitspracherechte darüber einzuräumen, welche Prüfergebnisse veröffentlicht werden.

Allerdings sei auch vor dem neuen Gesetz „Offenheit“ das wirksamste Mittel gegen schwarze Schafe in der Branche, betonten die Träger der Kampagne. Mitglieder der Initiative sind die Bundesinteressenvertretung der Heimbewohner (BIVA), das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), die Sozial-Holding Mönchengladbach, der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen und der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Die Mitglieder arbeiten nach eigenen Angaben bereits an Modellprojekten zur Umsetzung ihrer Forderungen, etwa einem bundesweiten Heimverzeichnis.

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