Spanien : Ausgang der Parlamentswahlen noch völlig offen

Der amtierende sozialistische Premier Zapatero geht mit einem leichten Umfragevorsprung in die Parlamentswahlen. Der Wahlkampf war nach einem Anschlag der Eta bereits vor Tagen beendet worden.

Zapatero
Ministerpräsident Zapatero mit seiner Frau Sonsoles Espinosa bei der Stimmabgabe in Madrid. -Foto: AFP

MadridÜberschattet von einem Anschlag der baskischen Untergrundorganisation Eta wählen die Spanier ein neues Parlament. Dabei wird mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Sozialisten (PSOE) von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und der konservativen Volkspartei (PP) unter Mariano Rajoy gerechnet. Erste Ergebnisse wurden nach Schließung der Wahllokale um 20 Uhr erwartet.

Nach Meinungsumfragen kann der seit vier Jahren regierende Zapatero auf eine knappe Mehrheit im Parlament hoffen. Allerdings waren viele Wähler bis kurz vor der Abstimmung noch unentschlossen. Zudem ist unklar, wie sich der jüngste Terroranschlag der Eta auf den Wahlausgang auswirken würde. Mutmaßliche Eta-Terroristen hatten zwei Tage vor der Wahl einen ehemaligen Kommunalpolitiker der Sozialisten im Baskenland erschossen.

Auch in Andalusien wird gewählt

Insgesamt waren 35 Millionen Wahlberechtigte zur Abgabe ihrer Stimmen aufgerufen, darunter auch 84.000 in Deutschland lebende Spanier. Um die 350 Sitze im Parlament bewerben sich fast 8500 Kandidaten. Die Spanier wählen außerdem einen neuen Senat, eine Art Oberhaus. In Andalusien, der größten Region des Landes, wird zudem ein neuen Regionalparlament gewählt. Dort gilt ein Sieg der Sozialisten nach Umfragen als sicher.

Vor der Wahl galt in Spanien die höchste Terrorwarnstufe. Die Sicherheitskräfte hatten einen Anschlag der baskischen Untergrundorganisation Eta befürchtet. Sie konnten aber nicht verhindern, dass der 42-jährige frühere Stadtrat Isaías Carrasco zwei Tage vor der Wahl in der baskischen Separatisten-Hochburg Mondragón (baskisch: Arrasate) von einem mutmaßlichen Eta-Terroristen erschossen wurde. Von dem Schützen und einem Komplizen fehlt jede Spur. Die Parteien hatten aufgrund des Anschlags den Wahlkampf vorzeitig abgebrochen. (jvo/dpa)

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