Spanien : Eta-Anschlag am Karfreitag

Vor einer Polizeiwache in der nordspanischen Stadt Calahorra ist eine Autobombe explodiert. Acht Menschen wurden leicht verletzt. Laut Polizei ging vor der Detonation ein Warnanruf der baskischen Untergrundorganisation Eta ein.

Eta-Anschlag
Experten inspizieren den Ort, an dem die Eta-Autobombe im spanischen Calahorra explodiert ist. -Foto: AFP

LondonMutmaßliche Terroristen der baskischen Untergrundorganisation Eta haben am Freitag eine Autobombe neben einer Polizeikaserne in Nordspanien gezündet. Bei der Explosion in der Kleinstadt Calahorra in der Weinbauregion La Rioja wurden nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE acht Menschen leicht verletzt. An dem Kasernengebäude und an den umliegenden Wohngebäuden entstanden schwere Schäden.

Unter den Anwohnern und Passanten brach Panik aus. Die Polizei hatte die Kaserne unmittelbar vor der Detonation geräumt. Ein anonymer Anrufer hatte eine halbe Stunde vor der Explosion im Namen der Eta eine Warnung vor der Autobombe durchgegeben. Nach Angaben der Regionalregierung von La Rioja entging Calahorra nur knapp einem "Massaker". Ohne die rasche Räumungsaktion der Polizei hätte der Anschlag zahlreiche Menschen das Leben gekostet, hieß es.

Die Polizeikaserne der paramilitärischen Guardia Civil (Zivilgarde) liegt im Zentrum der Kleinstadt. In den Straßen waren zur Zeit des Anschlags viele Menschen unterwegs. Kurz vor der Explosion war die traditionelle Karfreitagsprozession von Calahorra zu Ende gegangen.

Eta bombt seit 1968

Die Eta hatte vor 25 Jahren schon einmal einen Bombenanschlag auf die Kaserne verübt. Auch damals waren keine Menschen ums Leben gekommen. Vor zwei Wochen hatte die ETA im Baskenland einen Ex-Kommunalpolitiker der Sozialisten ermordet. Der Anschlag ereignete sich zwei Tage vor der Parlamentswahl in Spanien, bei der die Sozialisten von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero ihre Mehrheit behaupteten.

Die Eta kämpft für einen unabhängigen baskischen Staat. Bei Anschlägen der Organisation sind seit 1968 über 800 Menschen getötet worden. (ck/dpa)

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