Politik : Spaniens Marine nach Marokko

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Rabat/Madrid. Spanien und Europa haben den Druck auf Marokko erhöht, sich von der Insel „Perejil“ zurückzuziehen. Die dänische Ratspräsidentschaft der EU forderte das nordafrikanische Land auf, sofort seine Soldaten von der kleinen Mittelmeerinsel, die von Spanien beansprucht wird, abzuziehen. Man sei „sehr besorgt über die Situation". Die spanische Armee verstärkte derweil ihre Präsenz in der Mittelmeerzone und beorderte vier Kriegsschiffe, ein U-Boot, Beobachtungsflugzeuge und Hubschrauber vor die marokkanische Küste, um Spaniens Besitzungen in der Region zu schützen. Wenn auch Madrid, dessen Beziehungen mit Rabat seit längerem auf dem Tiefpunkt sind, militärische Schritte zunächst ausschloss. Marokko machte hingegen keine Anstalten, dem Druck nachzugeben. Der marokkanische Regierungschef Abderrahman Youssoufi versuchte zwar, dem Konflikt die Schärfe zu nehmen. In einem Telefongespräch mit EU-Kommissionspräsident Romano Prodi, das auf spanische Bitte von Prodi geführt wurde, versprach Youssoufi zwar diplomatisch, „eine schnelle Lösung“ zu finden. Zugleich ließ Rabat jedoch keinen Zweifel daran, dass die kleine Insel rund 200 Meter vor der nordafrikanischen Küste marokkanisches Territorium sei. Und dass der Soldatentrupp, der dort die Fahne Marokkos in den Boden rammte, bleiben werde. Ralph Schulze

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