Spannungen Ankara - Berlin : Nachrichtensender stoppen Werbespots für die Türkei

n-tv und N24 stoppen Werbespots für wirtschaftliche Investitionen in der Türkei. Sie standen in krassem Gegensatz zu Gabriels Warnungen vor solchen Investitionen.

Gestörtes Verhältnis. Türkeistand auf der ITB (Archivbild).
Gestörtes Verhältnis. Türkeistand auf der ITB (Archivbild).Foto: Michael Kappeler/dpa

Die Nachrichtensender n-tv und N24 haben in ihren Werbeblöcken Spots für den Wirtschaftsstandort Türkei gestoppt. Grund seien die jüngsten internationalen Spannungen, bestätigten beide Sender am Freitag. Zuvor hatten die Blätter der Funke Mediengruppe berichtet. Die Spots mit Lukas Podolski und den Türkei-Chefs diverser Weltkonzerne, initiiert von einem türkischem Verband, werden nicht mehr ausgestrahlt. Die Spots waren seit Mitte Juni gezeigt worden.

Am Donnerstag hatte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel angesichts der Lage in der Türkei vor Investitionen in dem Land gewarnt. Auch zeitnah zu diesen Äußerungen waren die Spots noch zu sehen gewesen.

„Aufgrund der aktuellen politischen Ereignisse haben wir uns (...) entschieden, die Spots nicht mehr zu spielen“, heißt es in einem Statement der N24-Sprecherin. „Auch wenn wir klar zwischen Programm und Werbung trennen, ist es uns auch wichtig, unser Publikum in Anbetracht der neuesten Entwicklungen nicht zu irritieren.“

Eine Sprecherin der RTL-Vermarktungsfirma IP Deutschland schrieb in einem Statement: „Nachdem sich die politische Lage in den letzten beiden Tagen grundlegend verändert hat und der Bundesaußenminister inzwischen vor Investitionen in der Türkei öffentlich warnt, halten wir eine weitere Ausstrahlung der Kampagne für nicht sinnvoll.“ (dpa)

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