Politik : Sparen macht klug (Kommentar)

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Sparen ist ein Segen für Eichels Haushalt. Das liegt auf der Hand. Dass Sparen aber auch die Fantasie beflügeln kann, beweist nun die Bundeswehr. Ursprünglich wollte der Verteidigungsminister deren Reform so lange wie möglich hinausschieben. Er setzte eine "Zukunftskommission" ein, die klug sein und gründlich, also lange nachdenken sollte. Rudolf Scharping wehrte sich unterdessen gegen den Sparzwang, schlitterte sogar in einen Konflikt mit dem Kanzler. Scharpings Argument lautete: Auch der Personalabbau kostet Geld (wegen der Abfindungen), ebenso wie der Aufbau von Krisenreaktionskräften (wegen der neuen Gerätschaften). Sparen würde also die Verteidigungsbereitschaft einschränken und internationale Einsätze vereiteln. Schreckliche Aussichten. Und plötzlich geht es doch: Bei der Kommandeurtagung hielt erst der Kanzler am Sparkurs fest, dann nickte dazu der neue Generalinspekteur der Bundeswehr, und am Ende wollte sich selbst Rudolf Scharping nicht mehr an Reformeifer übertreffen lassen. Nun soll mit dem Umbau bereits begonnen werden, bevor die Kommission ihre Denk-Früchte präsentiert. Was so ein bisschen Spardruck alles bewirken kann. Sogar Reformfantasien bei Rudolf Scharping.

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