Politik : Spaß, Sport und Politik – nun einmal nicht

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Die SPD reagierte schnell. Kurz nach Bekanntwerden des Amoklaufs in Erfurt sagte sie ihre Parteikonferenz ab, mit der die Basis in Duisburg auf den Bundestagswahlkampf vorbereitet werden sollte. „Wir sind schockiert. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und Angehörigen“, hieß es in einer SPD-Mitteilung. Der SPD-Vorsitzende, Bundeskanzler Gerhard Schröder, selbst wollte den Entwurf des Wahlprogramms vor mehreren hundert Vertretern von SPD-Untergliederungen vorstellen. Schröder änderte sofort auch seine weiteren Terminpläne – und ließ seine Rede bei einer Veranstaltung des Deutschen Sportbundes in Potsdam von Ministerpräsident Manfred Stolpe vortragen.

Besonders groß war selbstverständlich die Trauer in Thüringen. Die meisten Veranstaltungen am Wochenende – etwa Volksfeste – wurden abgesagt. Der Thüringer Fußballverband sagte alle Partien in Erfurt ab. Alle Begegnungen außerhalb der Landeshauptstadt aber sollen mit einer Schweigeminute beginnen. Die Düsseldorfer Rockgruppe „Die Toten Hosen“ ließ ein Konzert in Erfurt ausfallen – es sei „absolut unangebracht“, nun in der Landeshauptstadt ein Zeichen von Lebensfreude und Spaß zu setzen, hieß es.

Die Berliner Grünen entschieden sich, ihre Landesdelegiertenkonferenz am abzusagen. Parteiführung sowie die Grünen-Mitglieder seien sich einig gewesen, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne, sagte Grünen-Fraktionssprecher Matthias Tang – eigentlich wollte die Partei kritisch Rot-Rot in Berlin bilanzieren.Tsp

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