Politik : SPD diskutiert über Kanzlerkandidaten für 2009

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Berlin - In der SPD ist eine Debatte um den Kanzlerkandidaten für die Wahlen 2009 entbrannt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sprachen sich für Parteichef Kurt Beck aus, für den SPD-Vorsitzenden dagegen ist die Kanzlerkandidatur derzeit noch kein Thema. „Ich bin SPD-Vorsitzender, und die Frage der SPD-Kanzlerkandidatur wird entschieden, wenn sie ansteht“, sagte Beck.

Gabriel schlug Beck als Kanzlerkandidaten vor und bezeichnete das Wahlergebnis des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten als „die Messlatte für den Parteivorsitzenden und den Kanzlerkandidaten der SPD“. Die SPD solle sich nicht mit 30 Prozent zufrieden geben, betonte Gabriel. „Kurt Beck hat gezeigt, dass mehr drin ist. Und deshalb ist er auch der richtige Mann.“ Auch Thierse lobte Beck als „Mann von außerordentlicher politischer Erfahrung und mit erheblichen Fähigkeiten des Ausgleichs“. Er sei „offensichtlich ein sehr überzeugender Ministerpräsident, denn er hat ja gerade wieder eine Wahl in vorzüglicher Weise gewonnen“.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels dagegen sagte, „der Parteivorsitzende ist immer der, auf den es zuläuft, wenn sich nichts ändert“, es gebe jedoch „auch andere Führungspersönlichkeiten, denen man die Kanzlerkandidatur zutrauen kann. Dazu gehören Sigmar Gabriel und Matthias Platzeck.“

Der innenpolitische Sprecher der SPD- Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, warnte vor einer Kandidatendiskussion: „Der Parteivorsitzende hat den ersten Zugriff. Wir haben gegenwärtig keine K-Frage zu beantworten.“ Auch die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti kritisierte die parteiinterne Personaldebatte. Sie finde es „nicht richtig“, die SPD-Politik schon wieder zu personalisieren. AFP/ddp

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