Politik : SPD: Es geht früher los

Heiße Wahlkampfphase startet / „Umfragen lassen uns nicht kalt“

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Berlin. Die SPD will Konsequenzen aus dem Stimmungstief ihrer Partei ziehen und die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes um 18 Tage vorziehen. SPD-Generalsekretär Franz Müntefering sagte am Montag in Berlin, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder nicht erst wie geplant am 23. August, sondern bereits am kommenden Montag die Tour des SPD-Wahlkampftrucks in Hannover eröffnen werde.

Die gesunkenen Umfragewerte der Partei „lassen uns überhaupt nicht kalt“, sagte Müntefering nach einer telefonischen Präsidiumssitzung seiner Partei. Bei einer Umfrage des Politbarometers Ende der vergangenen Woche hatten sich nur noch 35 Prozent der Befragten für eine SPD-geführte Bundesregierung und einen Bundeskanzler Gerhard Schröder ausgesprochen. „Die Ruhe muss nun raus, Tempo muss rein“, sei das Motto der kommenden Wochen, sagte der SPD-Generalsekretär. Noch in dieser Woche sollen alle Landesverbände mit Details der geänderten Wahlkampfplanung vertraut gemacht und aufgefordert werden, vor allem im Straßenwahlkampf mehr präsent zu sein.

Müntefering bestritt, dass die nachlassende Zustimmung in der Bevölkerung auf die Politik der Regierung oder gar auf einen erfolgreichen Wahlkampf der Union zurückzuführen sei. „Die Richtung unserer Politik stimmt“, sagte er. Die Diskussionen um den Telekom-Vorstandschef Ron Sommer und der Rauswurf von Verteidigungsminister Rudolf Scharping seien jedoch „belastend“ gewesen. Kritik aus den eigenen Reihen an der schlechten Mobilisierung der eigenen Parteimitglieder vor allem in Nordrhein-Westfalen und an den Leistungen der Berliner Wahlkampfzentrale „Kampa“ in den vergangenen Wochen wies der Generalsekretär am Montag jedoch zurück. Antje Sirleschtov

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