Politik : SPD-Experten wollen Altersteilzeit retten

-

Berlin - Zwischen Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) und der SPD-Fraktion droht laut einem Spiegel-Bericht neuer Streit um den vorgezogenen Ruhestand und die Rente mit 67. Während der Vizekanzler vergangene Woche bekräftigte, die staatliche Förderung der Altersteilzeit wie vereinbart in dieser Legislaturperiode auslaufen zu lassen, fordern Fachpolitiker der Fraktion eine baldige Anschlussregelung, berichtet das Nachrichtenmagazin.

„Wir müssen älteren Beschäftigten weiterhin die Möglichkeit geben, gleitend in den Ruhestand zu wechseln“, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher Klaus Brandner. Dazu seien auch künftig Finanzhilfen des Staates und der Bundesagentur für Arbeit nötig.

Der SPD-Rentenexperte Anton Schaaf schlägt vor, das heutige Altersteilzeitgesetz beizubehalten und an die neuen Regeln der Rente mit 67 anzupassen: „Die Altersgrenze für den vorgezogenen Ruhestand würde dann schrittweise von derzeit 55 auf 57 Jahre steigen“, sagte Schaaf. Die Parlamentarier kündigten an, die SPD werde parallel zu den anstehenden Beratungen über die Rente mit 67 einen Entschließungsantrag in den Bundestag einbringen, der eine Neuregelung der Altersteilzeit in Aussicht stellen soll.

Beschäftigte wechseln bei der Altersteilzeit mit 55 Jahren auf einen Teilzeitjob, der von der Bundesagentur für Arbeit subventioniert wird. Mit 61 Jahren gehen sie in Rente. Um die staatlichen Zuschüsse zu erhalten, muss der Betrieb zugleich einen Auszubildenden oder einen Arbeitslosen neu einstellen. In den vergangenen Wochen hatten Gewerkschaften und Sozialverbände heftig gegen die Heraufsetzung des Rentenalters auf 67 Jahre protestiert und gefordert, die Möglichkeiten für einen vorgezogenen Ruhestand zu bewahren. AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben