SPD-Flügelkämpfe : Prompte Schützenhilfe für Machtwort-Beck

Der innerhalb der SPD unter Beschuss geratene Parteivorsitzende Kurt Beck erhält Unterstützung vom Bundestagsfraktionschef Struck sowie der SPD-Linken Andrea Nahles. Es wäre gut, das Beck, der sich "so einen Scheiß" nicht länger bieten lassen will, "klar gemacht hat, wo der Hammer hängt".

Beck
Struck eilt Beck zu Hilfe. -Foto: ddp

Berlin Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat nach seiner massiven Kritik an den internen Querschüssen gegen ihn Rückendeckung von SPD-Bundestagsfraktionschef Peter Struck erhalten. Beck habe "zu recht darauf hingewiesen, dass es auf Geschlossenheit in der SPD ankommt", sagte Struck am Rande einer Konferenz der SPD-Fraktionschefs aus Bund und Ländern in Saarbrücken. "Es kann nicht sein, dass durch welche Hintergrundgespräche auch immer die Parteiführung kritisiert wird und auch die Politik, die wir machen, kritisiert wird."

Struck fügte hinzu, er glaube nicht, dass Beck mit seiner Kritik Kabinettsmitglieder oder die Bundestagsfraktion gemeint habe: "Es geht eher um die - wie Kurt Beck es genannt hat - zweite oder dritte Reihe von Kolleginnen und Kollegen in meiner Partei, die nach wie vor den alten Zeiten nachtrauern, insbesondere die Agenda 2010 wieder rückgängig machen wollen. Das wäre der falsche Weg."

"Es gibt keine Diskussion um Beck"

Angesichts der Diskussionen über die Führungsqualität des Parteichefs stellte Struck klar: "Es gibt keine Diskussion um Kurt Beck. Er ist völlig unumstritten, das wird unser Parteitag in Hamburg auch deutlich zeigen, er wird ein sehr gutes Ergebnis bekommen." Beck habe die Partei nach schwierigen Phasen stabilisiert. "Kurt Beck macht seine Arbeit ausgezeichnet", betonte Struck.

Es gehe darum, die Reform des Erbschaftssteuerrechts durchzusetzen oder die Auslandseinsätze der Bundeswehr zu gewährleisten. "Da kommt es darauf an, dass die Linie, die die SPD in den vergangenen zwei Jahren gehalten hat, auch fortgesetzt wird."

Nahles springt für Beck in die Bresche

Nach dem Machtwort von Kurt Beck hat sich die SPD-Linke Andrea Nahles demonstrativ hinter den Parteivorsitzenden gestellt. "Es war mal nötig, dass er klar gemacht hat, wo der Hammer hängt. Dass wir uns auf die Sache konzentrieren", sagte Nahles im ARD-"Morgenmagazin". Beck sei ein "Mann in der Mitte der Partei, er steht nicht auf einem Flügel. Aber natürlich, wir unterstützen ihn." Beck hatte am Montag versucht, mit einem Machtwort die interne Diskussion über seine Führungsqualitäten zu beenden. Im Parteirat rief er dazu auf, Störungen zu unterlassen.

Am Montagabend sagte Beck in der ARD: "Wer nur von hinten hinterm Busch vorruft, der muss sich sagen lassen: So nicht." Es gebe "einige Leute in der dritten und vierten Reihe, die hinter Büschen sitzen und mehr oder weniger Intelligentes erzählen - auf jeden Fall Unverantwortliches". Die "Berliner Zeitung" zitiert ihn mit den Worten: "So einen Scheiß lasse ich mir nicht mehr bieten." Mit einer Entscheidung über die Kanzlerkandidatur ist auf dem SPD-Parteitag in Hamburg nach den Worten von Beck nicht zu rechnen. Er werde seinen Vorschlag als Parteichef Ende 2008 oder Anfang 2009 den Parteigremien vorstellen, sagte Beck in der ARD. (mit dpa)

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