Politik : SPD für Wahlurnen im Supermarkt

Berlin - Die SPD überlegt, ob bei Wahlen in Deutschland auch Urnen in Supermärkten und Postämtern aufgestellt werden sollten. Damit könnten politikverdrossene Bürger vielleicht zur Stimmabgabe motiviert werden, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi am Montag nach einer Sitzung der Parteispitze in Berlin. „Wir wollen keine Wählerbeschimpfung, sondern wir wollen Hürden abbauen“, erklärte sie. Die Sozialdemokraten fragen sich demnach auch, ob es nicht einfacher wäre, wenn jeder Wähler seine Stimme da abgeben könnte, wo er sich gerade aufhält, anstatt wie bisher an seinem Wohnort. In Schweden werde dieses Modell bereits erfolgreich praktiziert, sagte Fahimi.

Ausgangspunkt für die Überlegungen der Sozialdemokraten war die Landtagswahl in Sachsen Ende August, bei der mehr als jeder zweite Wähler zu Hause geblieben war. Vor allem CDU, FDP und die Linken, aber auch die SPD verloren einer ARD-Analyse zufolge Anhänger ans Lager der Nichtwähler. Von den 21- bis 25-Jährigen gingen dabei besonders wenige zur Abstimmung. „Wir waren bestürzt über die niedrige Wahlbeteiligung in Sachsen“, sagte die SPD-Generalsekretärin. Eine Arbeitsgruppe soll nun bis zum SPD-Parteikonvent im nächsten Frühjahr einen konkreten Vorschlag zu dem Thema „Die Urne kommt zum Wähler“ erarbeiten. Tsp/dpa

1 Kommentar

Neuester Kommentar