Politik : SPD Hessen: Landeschef Eichel bestellt einen Herausforderer

Christoph Schmidt Lunau

In der hessischen SPD hat nach dem enttäuschenden Ergebnis bei der Kommunalwahl hinter den Kulissen ein Tauziehen um die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2002 begonnen. Gerhard Bökel, ehemaliger Innenminister, hat bereits seine Bewerbung für den Parteitag am 16. Juni angemeldet. Jetzt soll er Konkurrenz bekommen. In kleiner Runde hat ihm der Landesvorsitzende, Bundesfinanzminister Hans Eichel, eröffnet, dass er sich mit dem Offenbacher Oberbürgermeister Gerhard Grandke einen zweiten Bewerber wünscht. Nur wenn Bökel einen parteiinternen Wahlkampf gut bestehe, so die Argumentation, könne er das Image des Verlegenheitskandidaten abstreifen.

Bökel, 56 Jahre alt und damit zehn Jahre älter als Grandke, gilt auch bei denen, die ihn mögen, nicht als Garant für einen Erfolg gegen Roland Koch. Grandke, den sogar der Bundeskanzler wegen der Sanierung Offenbachs lobte, zögert allerdings. Er will nur antreten, wenn er ein inhaltliches und personelles Konzept gestalten kann, mit dem er Koch schlagen kann. "Grandke hat intern hoch gepokert und viel erreicht", so ein Mitglied des SPD-Landesvorstands, "die Drähte zwischen Berlin, Wiesbaden und Offenbach glühen." Spätestens zum 1. April, zur Klausurtagung der Landtagsfraktion, muss es Klarheit geben. Die SPD-Spitzen der hessischen Landkreise sprachen sich indes für Bökel als Spitzenkandidat aus. In einer am Donnerstag in Alsfeld verabschiedeten Resolution heißt es, Bökel habe hohe fachliche Kompetenz und Einsatzbereitschaft bewiesen. Die parteiinterne Debatte um den Spitzenkandidaten 2003 müsse aufhören.

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