SPD im Umfragetief : Jusos machen Druck auf Parteichef Gabriel

"Schonungslose Analyse": Juso-Chefin Johanna Uekermann gilt nicht als Anhängerin von SPD-Chef Sigmar Gabriel. Wegen sinkender Umfragewerte nimmt sie ihn in die Pflicht.

SPD-Chef Sigmar Gabriel (links) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)
SPD-Chef Sigmar Gabriel (links) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)Foto: dpa/Peter Steffen

Angesichts sinkender Umfragewerte rufen die Jusos die SPD-Spitze um Parteichef Sigmar Gabriel zu einer selbstkritischen Bestandsaufnahme auf. „Mit 21 Prozent sind wir an einem Punkt angelangt, wo jedem verbliebenen Sozi das Herz in die Hose rutschen sollte“, sagte die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann der „Welt“.

„Ich will, dass die Parteiführung jetzt eine schonungslose Analyse zieht“, sagte Uekermann weiter. Viele Menschen wünschten sich mehr soziale Gerechtigkeit, doch immer weniger trauten dies offensichtlich der SPD zu.

Im jüngsten Deutschlandtrend waren die Sozialdemokraten in der Vorwoche auf 21 Prozent abgerutscht. Das war der niedrigste Wert für die SPD, seit es die ARD-Umfrage gibt (1997). Auch in anderen Umfragen ist die SPD in den vergangenen Wochen deutlich abgesackt.

Die Bundesvorsitzende der Jusos, Johanna Uekermann
Die Bundesvorsitzende der Jusos, Johanna UekermannFoto: picture alliance /dpa/Ingo Wagner


Parteichef Gabriel hatte am Wochenende gefordert, seine Partei müsse sich wieder auf ihre Werte besinnen. „Wir müssen unseren Anspruch erneuern, Schutzmacht der kleinen Leute zu sein - das muss unsere Antwort auf das Erstarken des Rechtspopulismus' sein“, sagte Gabriel auf dem Landesparteitag der Niedersachsen-SPD in Braunschweig. (dpa)

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