Politik : SPD in Wiesbaden verschläft OB-Nominierung

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Wiesbaden - Der Wiesbadener SPD-Vorstand will geschlossen zurücktreten, weil die rechtzeitige Bewerbung des Oberbürgermeister-Kandidaten Ernst-Ewald Roth für die Wahl im März vergessen worden ist. Das verlautete am Freitagnachmittag aus der Partei. Die Wiesbadener SPD-Spitze beriet hinter verschlossenen Türen über Konsequenzen aus der Wahlpanne. Die OB-Wahl am 11. März in der hessischen Landeshauptstadt wird erstmals in der Nachkriegszeit ohne einen SPD-Kandidaten über die Bühne gehen.

Ein Sprecher der Stadt bestätigte das peinliche Versäumnis der SPD: Bis Donnerstagabend, 18 Uhr, hätte die Partei ihren Kandidaten, den ehemaligen Stadtdekan Ernst-Ewald Roth, offiziell benennen müssen. Eine Nachmeldung des Kandidaten sei wegen der Ausschlussfrist nicht möglich, hieß es. In der Stadtverwaltung stieß das Versäumnis auf Unverständnis. Sogar in der Zeitung sei die Frist angekündigt worden. Auf Landesebene gibt man sich verschnupft. „Kein Kommentar, ich werde mich zu dieser Sache nicht äußern“, sagt der SPDFraktionsgeschäftsführer Gert-Uwe Mende. Die Wiesbadener CDU, die bislang den OB stellt, frohlockt. „So eine Nachlässigkeit einer großen Partei ist mir schlicht unverständlich“, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Horst Klee. Roth, ein parteiloser Priester, war bereits im April als SPD-Kandidat nominiert worden. dpa/ddp

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