SPD-Kanzlerkandidat : Martin Schulz will unabhängig vom Wahlausgang SPD-Chef bleiben

Über den Fall einer Niederlage bei den Bundestagswahlen im September hat Martin Schulz schon nachgedacht. Er möchte dann SPD-Vorsitzender sein.

Der SPD-Kanzlerkandidat und Parteivorsitzende Martin Schulz.
Der SPD-Kanzlerkandidat und Parteivorsitzende Martin Schulz.Foto: dpa

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will auch im Fall einer Niederlage bei der Bundestagswahl im September SPD-Vorsitzender bleiben. "Ich werde mich auf dem nächsten Parteitag natürlich um eine Wiederwahl bewerben", kündigte Schulz bei einer Leserveranstaltung des Redaktionsnetzwerks Deutschland in Berlin an. Die SPD könne "längere Rhythmen" in der Amtszeit ihrer Vorsitzenden ganz gut gebrauchen, fügte er am Montagabend an.

Auch dem nächsten Bundestag will der SPD-Politiker unabhängig vom Wahlergebnis angehören, sofern er gewählt wird: "Es wäre doch unlogisch, dieses Mandat nicht anzunehmen", sagte Schulz.

Der Kanzlerkandidat bricht am Dienstag zu einer zweitägigen Wahlkampftour durch Ostdeutschland auf. Auf dem Programm stehen Termine in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Knapp sieben Wochen vor der Bundestagswahl liegen Schulz und die SPD in Umfragen deutlich hinter der Union mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zurück.

Die Sozialdemokraten setzen darauf, dass viele Wähler noch unentschieden sind. Mit einer Vielzahl von Auftritten in Deutschland hofft Schulz, die politische Stimmung zu seinen Gunsten zu drehen. Neben den schwachen Umfragewerten muss die SPD aber einen weiteren Rückschlag verkraften: Die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen verlor ihre Mehrheit, weil die bisherige Grünen-Abgeordneten Elke Twesten zur CDU wechselte.

Juso-Chefin fordert von Schulz Absage an große Koalition

Die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann hat Schulz aufgefordert, vor der Bundestagswahl eine Neuauflage der großen Koalition auszuschließen. "Ich will einen Politikwechsel und würde mir vorab ein klares Nein zur großen Koalition wünschen", sagte Uekermann der "Welt" (Dienstagsausgabe). "Man hat gesehen, dass alle Gemeinsamkeiten mit der Union aufgebraucht sind."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) blockiere "an vielen Stellen eine sozial gerechte Politik, gerade auch was uns junge Leute angeht", kritisierte Uekermann. "Sie regiert an einer ganzen Generation vorbei." Deswegen wolle sie keine große Koalition mehr und sei offen für andere Koalitionen. "Ich halte nichts von vier weiteren Jahren Merkel und glaube nicht, dass die SPD ihr das ermöglichen sollte." (AFP)

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