SPD : "Lafontaine geht es nur um Inszenierung"

Die SPD hat die Offerte von Linke-Chef Oskar Lafontaine, Kurt Beck unter bestimmten Bedingungen zum Bundeskanzler zu wählen, strikt zurückgewiesen. "Nichts von dem, was Lafontaine fordert, hat Hand und Fuß", sagte Umweltminister Gabriel.

BerlinDie SPD hat die Offerte von Linke-Chef Oskar Lafontaine, den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck unter bestimmten Bedingungen zum Bundeskanzler zu wählen, strikt zurückgewiesen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte der "Süddeutschen Zeitung", Lafontaine gehe es "nicht um Politik, nur um mediale Inszenierung". "Nichts von dem, was Lafontaine fordert, hat Hand und Fuß", betonte Gabriel, der die SPD als "linke Partei der Mitte" bezeichnete.

Der Umweltminister betonte, mit der Linken bekäme man "möglicherweise den Mindestlohn", der Preis wäre aber ein deutscher Sonderweg in anderen Politikfeldern. Lafontaines Politikkonzept bedeute "Neo-Nationalismus und Isolationismus".

Auch die Jusos wollen von den Avancen Lafontaines nichts wissen. Juso-Chef Björn Böhning sprach im Deutschlandradio Kultur von einem "vergifteten Angebot" Lafontaines. Dies sei eine nicht ernst gemeinte, politische Taktiererei. Böhning wollte eine Koalition der SPD mit der Linken auf "20 oder 30 Jahre" hinaus zwar nicht vollkommen ausschließen. Derzeit stünden Lafontaine und seine Partei aber für eine rückwärts gerichtete Politik.

Lafontaine hatte im Nachrichtenmagazin "Spiegel" mit Blick auf den SPD-Vorsitzenden betont: "Wenn er fragt: 'Seid ihr bereit, den Mindestlohn durchzusetzen und die Rentenformel wiederherzustellen, Hartz IV zu revidieren und die Truppen aus Afghanistan zurückzuziehen?' - dann kann Beck morgen Kanzler sein." (mit ddp)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar