Politik : SPD-Linke gegen Spitzenamt für Müntefering

Berlin - Führende Vertreter der SPD-Linken haben sich gegen eine Rückkehr des früheren Parteichefs Franz Müntefering an die SPD-Spitze ausgesprochen. Müntefering werde sicher im Wahlkampf eine aktive Rolle spielen, sagte der saarländische SPD-Landeschef Heiko Maas im Deutschlandradio Kultur. „Dafür braucht man nicht unbedingt ein Amt. Ich wüsste auch nicht, welches“, fügte der Parteilinke hinzu. Parteichef Kurt Beck sitze „fest im Sattel“. Maas riet der SPD, über den SPD-Kanzlerkandidaten erst nach der Landtagswahl in Bayern in vier Wochen zu entscheiden.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) warnte davor, Müntefering mit einer „gigantischen Erlöser-Erwartung zu überfordern“. Die SPD müsse zeigen, dass sie einen Kanzlerkandidaten und gutes anderes Führungspersonal habe, sagte er den „Stuttgarter Nachrichten“. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit wies im ZDF darauf hin, dass in der SPD-Führung derzeit keine Position frei sei.

Der konservative Seeheimer Kreis in der SPD erhofft sich dagegen von einer Rückkehr Münteferings, „dass wir enttäuschte und frustrierte Wähler zurückgewinnen“. Deshalb sollte die Parteispitze einen Platz für ihn finden, meinte sein Sprecher Johannes Kahrs in der Chemnitzer „Freien Presse“. Auch nach Ansicht des SPD-Wirtschaftspolitikers Rainer Wend wird Müntefering künftig wieder eine „herausgehobene Position“ in der SPD einnehmen. dpa

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