SPD-Personalpolitik : Kampfabstimmung entscheidet über Generalsekretär

Der SPD-Vorstand entscheidet heute nach tagelangen parteiinternen Querelen über den künftigen Generalsekretär. In einer Kampfabstimmung bewerben sich Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel und die Partei-Linke Andrea Nahles.

Berlin - Wer im 45-köpfigen Vorstand die meisten Stimmen bekommt, soll auf dem SPD- Parteitag in zwei Wochen in Karlsruhe als einziger Bewerber für die Nachfolge von Klaus-Uwe Benneter kandidieren.

Müntefering und weiteren Mitglieder der SPD-Führung gelang es bei der Präsidiumssitzung gestern (Sonntag) Abend nicht, Nahles von einer Kandidatur abzubringen. Er rechne jedoch fest damit, dass sein Favorit Wasserhövel im Vorstand die meisten Stimmen bekomme, sagte der Parteichef. Müntefering ließ mögliche eigene Konsequenzen für den Fall offen, dass Nahles die Abstimmung gewinnt.

Laut Müntefering gab es im Präsidium keine förmliche Abstimmung. Sowohl für Wasserhövel als auch für Nahles habe es Unterstützung gegeben. Die Sitzung sei in einer «guten Atmosphäre, ohne laute Worte» verlaufen, betonte der Parteichef.

In SPD-Kreisen wird mit einem knappen Ausgang der Abstimmung im Vorstand gerechnet. Nach Informationen der «Bild am Sonntag» haben 20 der 45 Parteivorstands-Mitglieder intern zugesagt, Münteferings Vorschlag zu ignorieren und Nahles zu wählen. Müntefering sagte der Zeitung: «Ich habe mich für Kajo Wasserhövel entschieden, weil er für den Job die beste Wahl ist.»

Über die Kandidatur seiner fünf Stellvertreter bestand laut Müntefering Einigkeit. Für Wolfgang Clement solle der designierte Finanzminister Peer Steinbrück in die engste SPD-Führung aufrücken. Den durch Verzicht von Wolfgang Thierse frei gewordenen Stellvertreterplatz werde der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck einnehmen. Erneut kandidieren wollen der rheinland- pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, die baden-württembergische SPD-Landeschefin Ute Vogt sowie Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. (tso/dpa)

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