Politik : SPD-Politiker Tauss: Bin unschuldig

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Foto: ddp

Berlin - Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe verdächtigt den 55-Jährigen, Kinderpornografie konsumiert und weitergegeben zu haben. Am Donnerstag durchsuchten Ermittler Büros und Privaträume des Parlamentariers. Dabei wurden sie in Berlin „fündig“, wie ein Sprecher mitteilte. In Tauss’ Büro sei man auf einschlägiges Material gestoßen. Zuvor hatte der Bundestag auf Empfehlung des Immunitätsausschusses grünes Licht für die Durchsuchungen gegeben.

Tauss, zugleich baden-württembergischer SPD-Generalsekretär, erklärte in einer ersten Stellungnahme, er könne die Vorwürfe „nicht nachvollziehen“ und warte das Ergebnis der Ermittlungen deshalb mit „Gelassenheit“ ab. „Ich beschäftige mich seit Jahren mit dieser Szene“, fügte er hinzu. Ob es sich bei den Vorwürfen um eine Revanche-Aktion handele, könne er nicht sagen.

Der Karlsruher Bundestagsabgeordnete geriet ins Visier der Strafverfolgungsbehörden, nachdem ein Verdächtiger im Raum Bremerhaven gegenüber der dortigen Staatsanwaltschaft gestanden hatte, Kinderpornos über sein Handy empfangen und verschickt zu haben. Bei einer Durchsuchung der Wohnräume des Geständigen fand die Polizei offenbar einen Zettel mit der Wohnadresse von Tauss. An diese Adresse will der Bremerhavener Beschuldigte eine DVD mit kinderpornografischem Material verschickt haben. Die Ermittler stellten außerdem 23 Verbindungen zwischen seinem Mobiltelefon sowie zwei auf Tauss zugelassenen Handys fest. Das geht nach Tagesspiegel-Informationen aus den Akten hervor, welche die Staatsanwaltschaft Karlsruhe beim Immunitätsausschuss des Bundestages vorgelegt hatte. Tauss soll auch in mindestens einem Fall kinderpornografisches Material an seinen Kontaktmann in Bremerhaven geschickt haben. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte die Vorwürfe im Einzelnen weder bestätigen noch dementieren.

Der Sprecher der baden-württembergischen SPD-Bundestagsabgeordneten, Christian Lange, zeigte sich „erschüttert“. Wie SPD-Fraktionschef Peter Struck verwies Lange darauf, dass für Tauss die Unschuldsvermutung gelten müsse. SPD-Landeschefin Ute Vogt sagte, es sei für sie „unvorstellbar“, dass die Vorwürfe zuträfen.has

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