SPD : Schröder über Becks Vorwurf: "Das ist Quatsch"

In seiner Autobiografie geht Kurt Beck auch mit alten Weggefährten scharf ins Gericht. Einer fühlt sich ungerecht behandelt: Gerhard Schröder bestreitet im Interview, an Intrigen gegen Beck mitgesponnen zu haben.

Schröder
Unschuldig an Becks Rücktritt? Alt-Kanzler Schröder. -Foto: dpa

HamburgDer frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) weist den Verdacht von sich, er habe zum Rücktritt des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck beigetragen. "Intrige? Das ist Quatsch", sagte Schröder der "Zeit". Erst am 10. September, also drei Tage nach dem Rücktritt Becks, habe er mit dem "Spiegel" über die Vorgänge in der SPD gesprochen. "Zu dem Zeitpunkt war die Messe am Schwielowsee bereits gelesen", betonte Schröder. Am Rücktrittstag selbst habe er zusammen mit seiner Frau Doris die Ereignisse am Fernsehen verfolgt. "Und wir wussten nicht, was los ist", sagte Schröder weiter.

In seinem Buch "Ein Sozialdemokrat", das an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt wird, schreibt Beck, über die "Kandidatenfrage" sei vor der offiziellen Verkündung in Einzelheiten berichtet worden, "die neben Beteiligten auch auf Gerhard Schröder verwiesen". Im Gespräch mit der "Zeit" wundert sich Schröder über diese Darstellung und verweist auf einen an ihn gerichteten Brief Becks vom 10. September. Von einer Spur, die auf ihn verweise, sei darin nicht die Rede. Vielmehr habe Beck "für die Unterstützung und den Rat" gedankt.

Vehement widersprach der Alt-Kanzler zudem Vermutungen, sein Comeback stehe bevor. Die "operative Politik ist vorbei, für alle Zeiten definitiv", sagte Schröder. Auch in den kommenden Bundestagswahlkampf werde er nur sehr zurückhaltend eingreifen. Wenn jemand Rat haben wolle, bekomme er ihn, "aber ich dränge mich keinem auf". (mpr/ddp)

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