SPD-SPITZE ZU YPSILANTI : Donnernd neblig

Die Nachrichtenagenturen hatten mit der Erklärung der SPD-Spitze zu den Ereignissen in Hessen am Donnerstag ihre liebe Not: „SPD-Spitze um Beck billigt geschlossen Vorgehen Ypsilantis in Hessen“ titelte AFP. Die Kollegen von Reuters sahen das ganz anders: „SPD-Bundesspitze grenzt sich scharf vom Kurs der Hessen-SPD ab“. Die Deutsche Presse-Agentur sah die Spitzenleute mindestens „auf Distanz“. Es hat vielleicht nicht an den Journalisten gelegen, schließlich bot die Erklärung aus Berlin vieles zugleich: „Die Beschlusslage der SPD ist klar: Entscheidungen über Koalitionen werden in den Ländern getroffen. Das gilt auch für Hessen“ heißt es in der Erklärung von SPD-Chef Kurt Beck, seinen Stellvertretern Andrea Nahles, Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier und des Generalsekretärs der Partei, Hubertus Heil. Und basta, möchte man meinen. Doch an anderer Stelle ist von den ganz „erheblichen Risiken“ die Rede, die Andrea Ypsilantis Versuch bedeute, eine rot-grüne Minderheitsregierung zu bilden und sich von der Linken tolerieren zu lassen. Da nimmt die Erklärung „die hesssischen Genossinnen und Genossen“ donnernd für das „Gesamtinteresse der SPD“ in Haft: Sie trügen „daher auch eine Gesamtverantwortung für die Partei.“
Alles klar? Wer das verneint, der findet womöglich Trost im historischen Teil des Textes: Von der CDU verbitte man sich jede Belehrung – die SPD, seit 1863 freiheitsliebend, „ist die Partei der Freiheit und wird es bleiben“. Tsp

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