Politik : SPD-Spott über CDU-Spot

André Görke

Berlin - Der Spot der CDU geht so: Eine silberne Kugel rollt über einen edlen Arbeitstisch, reißt alles um, gestoppt wird sie schließlich von – Angela Merkel. „Ich bitte Sie persönlich um den Auftrag“, sagt die Kanzlerkandidatin und lächelt. Die Kugel hält sie dabei ruhig in der Hand.

Der Spot der SPD geht so: Eine silberne Kugel rollt über einen edlen Arbeitstisch, gestoppt wird sie von – einer Frau im apricotfarbenen Blazer, also Angela Merkel. Die Kugel fliegt in die rechte Hand, dann in die linke, hin und her, immer schneller, vertont mit Merkels wechselnden Aussagen in Sachen Irakkrieg, Pendlerpauschale, brutto und netto. Schließlich fällt die Kugel zu Boden, die Stimme sagt: „Frau Merkel kann sich nicht entscheiden – aber Sie können es!“

Vielleicht wäre es ja einfach eine amüsante Antwort der SPD im Wahlkampf gewesen, wenn der Film nicht schon am Abend vor dem der CDU ausgestrahlt worden wäre. „Ja, wir haben kurzfristig einen Tipp bekommen“, sagt SPD-Wahlkampfleiter Kajo Wasserhövel dem Tagesspiegel. Von wem und wann, das will er nicht verraten, nur so viel: „Wir haben schnell reagiert.“ Bei der CDU ist man darüber wenig amüsiert. Er wisse nicht, wo das Leck sei, sagte CDU-Generalsekretär Volker Kauder genervt bei der Präsentation.

Vor rund vier Wochen hat die Agentur McCann-Erickson den Merkel-Spot gedreht. Deren Vorstandsmitglied Günter Sendlmeier sagt nun: „Zwei Tage haben wir gebraucht.“ Gedreht hatten sie mit Merkel im Olympiastadion vor der unterirdischen VIP-Einfahrt. Sendlmeier findet das SPD-Projekt „unsouverän“; deren Produktion sei „einfach nur schnell und billig“. Dem will Wasserhövel nicht widersprechen. Der Film sei ein Low-Budget- Projekt, sagt er. Wer jedoch sein Wahlprogramm verschweige und „immer nur Negativ-Kampagnen gegen andere fährt, muss sich nicht wundern, wenn er eins zurückbekommt“.

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