Politik : SPD spürt Aufwind nach Sieg in Kiel

Kiel - Die SPD verspricht sich von dem überraschenden Sieg bei der Kieler Oberbürgermeisterwahl Aufwind für die weiteren Wahlen. „Für die bevorstehenden Wahlkämpfe ist dieser Sieg ein starker Rückenwind für die Nord-SPD und darüber hinaus“, sagte Schleswig-Holsteins Landeschef Ralf Stegner am Montag in Kiel. Der SPD-Kandidat Torsten Albig, Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, hatte sich am Sonntag gegen CDU-Amtsinhaberin Angelika Volquartz durchgesetzt.

Albig holte bei der Direktwahl überraschend gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit von 52,1 Prozent. Dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge erhielt Volquartz nur 41,2 Prozent der Stimmen. Der Linken-Kandidat Raju Sharma kam auf 6,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 36,5 Prozent einen neuen Tiefstand.

„Torsten Albig war nicht Favorit, sondern Herausforderer“, erklärte Stegner. Seine Wahl zum neuen Oberbürgermeister gebe nun „zusätzlichen Schwung und neue Gestaltungsmöglichkeiten“ für die Kommunalpolitik. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte in Berlin, das Ergebnis „macht Mut“. Es sei für Schleswig-Holstein von Bedeutung, dass in der Hauptstadt „wieder ein vernünftiger sozialdemokratischer Oberbürgermeister“ sei. Er widerstehe aber der Versuchung, das Wahlergebnis schon als Signal für die Bundestagswahl zu sehen, sagte Heil. Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel sagte zu der Niederlage, sie sei „nicht erfreut“ und „nicht zufrieden“. Dies sei aber kein bundesweites Stimmungsbarometer. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende Peter Harry Carstensen nannte den Wahlausgang „enttäuschend“. Es sei leider nicht gelungen, die CDU-Wähler in ausreichender Zahl zu mobilisieren

Albig, der früher unter anderem Stadtkämmerer in Kiel war, tritt seine sechsjährige Amtszeit im Juni an. Bevor Volquartz 2003 die Stichwahl gewann, hatte jahrzehntelang die SPD das Kieler Rathaus geführt. Bei der Kommunalwahl vor einem Jahr wurde die SPD wieder stärkste politische Kraft und regiert seither mit den Grünen; die Kooperation wird vom Südschleswigschen Wählerverband (SSW) unterstützt. AFP

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