Politik : SPD stützt Gabriels Atomkurs

Berlin - Dreieinhalb Wochen nach Beginn der Pannenserie in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel geht die Suche nach Mängeln und Ursachen in den abgeschalteten Anlagen weiter. Zugleich hält die politische Debatte um die Zukunft der älteren Meiler an.

Die SPD-Spitze stellte sich in der Diskussion über eine vorgezogene Abschaltung älterer Atomkraftwerke hinter Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). In der Telefonkonferenz des Parteipräsidiums habe es für Gabriels Kurs „einstimmige Rückendeckung“ gegeben, sagte Generalsekretär Hubertus Heil in Berlin.

Am Montag begannen Experten in Brunsbüttel damit, im Sicherheitsbehälter die Befestigung der Wasser- und Dampfleitungen zu kontrollieren. Hintergrund sind Mängel, die in der Verankerung von Rohrleitungen des Not- und Nachkühlsystems entdeckt wurden. Bohrlöcher in mehreren Halterungsplatten waren zu groß. Die Kontrolle von Dübelverbindungen ist Teil eines großen Prüfprogramms. Auslöser war die Entdeckung tausender falsch montierter Dübel im hessischen Kraftwerk Biblis. Deshalb stehen dort beide Blöcke seit Oktober 2006 still.

Nach den Pannen im Akw Brunsbüttel rechnet Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) unterdessen damit, dass die Anlage 2009 abgeschaltet wird. Den „Lübecker Nachrichten“ sagte Carstensen, er erwarte nicht mehr, dass eine Verlängerung der Restlaufzeiten „politisch noch durchsetzbar“ sei, auch wenn er das bedauere. Damit setzte er sich von der Position seines Wirtschaftsministers Dietrich Austermann (CDU) ab, der sich zuletzt immer wieder für die Übertragung von Restlaufzeiten auf ältere Atomreaktoren wie Brunsbüttel ausgesprochen hatte. dpa/AFP

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