• SPD und Grüne bezweifeln Einnahmeschätzungen: Steuerabkommen mit der Schweiz endgültig gescheitert

SPD und Grüne bezweifeln Einnahmeschätzungen : Steuerabkommen mit der Schweiz endgültig gescheitert

Endgültig gescheitert: Das Steuerabkommen mit der Schweiz ist im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat abgelehnt worden. SPD und Grüne kritisierten vor allem, dass Steuerhinterzieher noch bis zum Jahreswechsel Zeit gehabt hätten, ihr Schwarzgeld aus der Schweiz abzuziehen.

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Das Steuerabkommen mit der Schweiz ist endgültig gescheitert. Im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat lehnten die Vertreter von SPD und Grünen Nachverhandlungen am Mittwoch ab, weil sie die Regelungen für ungerecht halten.

Nach dem Abkommen sollte auf das bei Schweizer Banken liegende Schwarzgeld deutscher Steuerhinterzieher einmalig eine Pauschalsteuer zwischen 21 und 41 Prozent an den deutschen Fiskus überwiesen werden. Dies sollte anonym und rückwirkend für zehn Jahre geschehen. Künftige Erträge sollten dann von 2013 an genauso besteuert werden wie in Deutschland.

Die schwarz-gelbe Koalition rechnete damit, dass dadurch allein 2013 bis zu zehn Milliarden Euro in die Kassen der deutschen Haushalte fließen dürften. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte angeboten, den Ländern die Einnahmen zu überlassen.


SPD und Grüne bezweifelten die Einnahmeschätzungen. Sie kritisierten vor allem, dass Steuerhinterzieher bis zum 1. Januar 2013 Zeit bekommen hätten, ihr Schwarzgeld aus der Schweiz zu verbringen. Es gehe nicht an, Steuerbetrüger nachträglich noch zu belohnen, hieß es. In der Schweiz dagegen hat das Abkommen bereits alle parlamentarischen Hürden genommen. (dpa)

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