Politik : SPD unterstützt Kampagne der Hausärzte

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Berlin - Im Streit mit der Bundesregierung über ihre Honorierung stellt sich die SPD auf die Seite der Hausärzte. In einem Brief an die Bundestagsfraktion ruft der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dazu auf, die Kampagne des Hausärzteverbands gegen die Sparpläne der schwarz-gelben Koalition zu unterstützen. „Die SPD steht an der Seite der Hausärzte“, heißt es in dem Brief. Anstatt den Hausarztberuf unattraktiver zu machen, wie Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) es vorhabe, solle der Hausarztberuf attraktiver gemacht werden – „auch durch finanzielle Anreize“.

Der Hausärzteverband hatte in der vergangenen Woche mit Praxisschließungen gedroht und Gesundheitsminister Rösler vorgeworfen, mit „getürkten Zahlen“ Stimmung zu machen. Die Allgemeinmediziner wehren sich gegen das Vorhaben der Koalition, ihnen künftig keinen höheren Honorarzuwachs als anderen Ärzten zuzugestehen. Rösler will die Bedingungen für die Hausarztverträge ändern, welche die Mediziner seit 2008 mit den Kassen schließen können. Die Versicherten verpflichten sich dabei, immer zuerst zum Allgemeinarzt zu gehen, bevor sie einen Spezialisten aufsuchen. Weil die Kassen verpflichtet sind, mit den Hausärzten Verträge abzuschließen, hatten die Mediziner große Verhandlungsmacht bei den Konditionen für die Verträge. An den Hausarztmodellen nehmen derzeit 20 000 der rund 45 000 Hausärzte teil.

Der SPD-Politiker Lauterbach verweist darauf, dass Hausärzte im Vergleich zu Fachärzten deutlich schlechter honoriert würden. Immer weniger Medizinstudenten würden sich für den Hausarztberuf entscheiden. Dies sei „eine besonders teure Fehlentwicklung“, weil gerade die Hausärzte verstärkt die Vorbeugemedizin anwenden könnten. 80 Prozent aller Krankheitsfälle könnten durch bessere Vorbeugung vermieden, aufgeschoben oder gelindert werden. Cordula Eubel

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