Politik : Spendenaffäre bei britischen Konservativen?

London - Die britischen Konservativen geraten wegen einer möglichen Spendenaffäre zunehmend unter Druck. Oppositionsführer David Cameron verteidigte seinen Finanzexperten George Osborne gegen Vorwürfe, sich um eine illegale Spende eines russischen Oligarchen bemüht zu haben. „Es kommt darauf an, was man macht und was man sagt, und Osborne hat richtig gehandelt, nicht um das Geld gebeten zu haben“, sagte Cameron. Der Bankier Nathaniel Rothschild hatte Osborne zuvor vorgeworfen, an einer Spende des russischen Milliardärs Oleg Deripaska in Höhe von 50 000 Pfund (63 000 Euro) interessiert gewesen zu sein.

Premierminister Gordon Brown forderte eine Untersuchung der Vorwürfe. „Das ist tatsächlich eine sehr ernste Sache, und ich hoffe, sie wird von den Behörden untersucht“, sagte er am Mittwoch im Parlament. Außer Unternehmen dürfen in Großbritannien nur Menschen, die im Wählerverzeichnis registriert sind, Parteien Geld spenden. Osborne, der im Fall eines Sieges der Tories bei der nächsten Wahl im Jahr 2010 für das Amt des britischen Finanzministers vorgesehen ist, hatte zugegeben, während eines Urlaubs auf der griechischen Insel Korfu bei einer Diskussion über eine solche Spende anwesend gewesen zu sein. Der Finanzexperte bestritt jedoch energisch, um Geld gebeten zu haben. Er habe auf Korfu auch nicht nach Möglichkeiten gefragt, wie man das Verbot ausländischer Spenden für britische Parteien umgehen könne. dpa

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