Politik : Spendenausschuss: Zweimal gute Stimmung

Wie sehr hat die CDU-Spendenaffäre der Union geschadet? Im Folgenden zeigen wir die Entwicklung der politischen Stimmung anhand des ZDF-Politbarometers seit Januar. Man sieht, dass die Union seit April 1999 konstant über 35 Prozent geblieben ist. Allerdings erscheinen die Zahlen in anderem Licht, bedenkt man, dass die Union 1999 Umfragewerte von bis zu 50 Prozent hatte.

Im Januar und Februar war die Union im tief. Die Spendenaffäre hatte voll durchgeschlagen, Altkanzler Kohl galt als Hauptschuldiger. Schon im Januar sagten allerdings 75 Prozent der Befragten im ZDF-Politbarometer, die politischen Leistungen Kohls seien anzuerkennen. Die Mehrheit der Befragten (79 Prozent) sprachen der Union aber den Aufklärungswillen ab.

Schon im März verlor die Spendenaffäre an Bedeutung. Für die Union war entscheidend, dass vor allem die Popularität der neuen CDU-Chefin Merkel zunahm. Im April lag die Union in der politischen Stimmung schon wieder bei 39 Prozent, obwohl die Mehrheit der Befragten davon ausging, dass die Spenden die Entscheidungen der Kohl-Regierung beeinflusst haben.

Auch im Mai und Juni nahm die Aufregung um die Spendenaffäre weiter ab. Die Union erreichte in der politischen Stimmung wieder 40 Prozent, im Juni sogar 44 Prozent. Noch immer waren 41 Prozent der Befragten der Meinung, die Affäre sei für sie persönlich sehr wichtig, den Aufschwung der Union konnten diese Einsichten aber nicht verhindern.

Doch der Aufschwung war schnell wieder vorbei, was wohl weniger mit der Spendenaffäre als vielmehr mit dem verlorenen Duell der Union um die Steuerreform im Bundesrat zu tun hatte. Das Stimmungsbarometer für die Union sank im Juli und August wieder auf unter 40 Prozent. Für die SPD gilt aber wohl: Mit der Affäre ist kaum noch Stimmung gegen die Union zu machen.

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