Spendenorganisationen : Unicef bleibt siegelwürdig

Die Affäre bei Unicef hat auch Folgen für andere Spendenorganisationen, denn der Vertrauensverlust bei den Gebefreudigen ist groß. Der "Spenden-TÜV" fordert zusätzlichen Spenderschutz.

Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), sagte dem Tagesspiegel: "Wir arbeiten momentan unter äußerster Ausnutzung unserer Kapazität." Er forderte eine "Ergänzung der Arbeit des DZI, unter anderem durch ausreichende gesetzliche Bestimmungen". Des weiteren sagte Wilke dem Tagesspiegel: "Zwar wollen viele Organisationen mit unserem Siegel werben, sind sich aber ihrer deutlichen Mängel oft nicht bewusst. 30 Prozent der Erstanträge auf das Spendensiegel sind nicht erfolgreich." Zu Unicef meinte Wilke: "Wir halten den Jahresbericht von Unicef für verbesserungsbedürftig, Unicef insgesamt aber bisher für siegelwürdig."

Der renommierte Spendenforscher Lothar Schruff erklärte dem Tagesspiegel: "Eine absolute Sicherheit wird es nie geben können." Und der Vorsitzende des Deutschen Spendenrats, Willi Haas, befand gegenüber dem Tagesspiegel: "Die Auswirkungen des Vertrauensverlustes treffen neben Unicef auch andere spendensammelnden Organisationen, denn viele Spender in Deutschland sind verunsichert."

Justizministerin: "Vertrauen stellt sich durch Transparenz her"

Nach der Unicef-Affäre will die Bundesregierung jetzt prüfen, ob die freiwilligen und gesetzlichen Regelungen zur Transparenz von Spendenorganisationen ausreichen. "Vertrauen stellt sich auch durch Transparenz her. Deshalb werden wir schauen, ob wir die bestehenden Transparenzpflichten verbessern müssen", sagte Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) dem Tagesspiegel. Zunächst gehe es aber darum, dass die Vorwürfe gegenüber Unicef "umfassend aufgeklärt werden." (Tsp)

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