SPERREN ODER LÖSCHEN : Nicht da ist nicht weg

Das bloße Sperren von Domains (Internetadressen) gilt als wenig hilfreich, um Kinderpornografie zu verhindern und zu verfolgen: „Man kehrt sie damit nur unter den Teppich, macht sie einfach unsichtbar“, kritisiert Axel Kossel, Ressortleiter Internet beim Computermagazin „C’t“. Nach dem neuen Gesetz sollte das BKA eine Liste erstellen, nach der die verwaltenden Provider Adressen sperren und unerreichbar schalten; für den Nutzer erscheint ein Stoppschild oder eine ähnliche im Internet übliche Unerreichbarkeitsmeldung. Das würde aber nur für Nutzer in Deutschland funktionieren – und auch für die nur, wenn sie keinen Umweg suchen: Kostenlose Proxy-Dienste im Internet leiten auf im eigenen Land unerreichbare Seiten einfach weiter – „man greift dann nicht selber drauf zu, sondern lässt darauf zugreifen“, erklärt Kossel. Wenn das BKA kriminelle Inhalte aber schon kenne, könne es sie auch gleich löschen lassen. Auch wer die Provider privat auf Seiten mit eindeutig kriminellen Inhalten hinweist, kann oft unkompliziert eine Löschung bewirken, haben Internetaktivisten herausgefunden: Die meisten Anbieter sind in Europa oder Amerika gut erreichbar und kooperativ. Auch die Polizei müsse „die Angebote ausfindig machen, benennen und entfernen lassen – und möglichst noch die Täter ermitteln“, meint Kössel. Dafür brauche man aber „eigentlich kein neues Gesetz – denn Kinderpornografie ist selbstverständlich verboten. Nur ihre Verfolgung und die internationale Kooperation der Behörden müssten optimiert werden.“ cwe

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