Spesenskandal : Wieder muss eine britische Ministerin gehen

Gestern wurde die Innenministerin Großbritanniens Opfer des Spesenskandals, heute kündigt die Ministerin für Regionen und Lokalverwaltungen ihren Rücktritt an.

LondonHazel Blears wolle zurück zu ihren politischen Wurzeln, teilte die Ministerin am Vortag der Europawahlen in Großbritannien mit (hier wird bereits am Donnerstag gewählt, das Ergebnis wird jedoch EU-einheitlich erst am Sonntagabend veröffentlicht). Am Dienstag war bekannt geworden, dass Innenministerin Jacqui Smith bei der in Kürze anstehenden Kabinettsumbildung ihren Platz freimachen will.

Sowohl Blears als auch Smith waren wegen ihrer Verwicklung in den Spesenskandal britischer Politiker schon seit Wochen als Kandidaten gehandelt worden, die ihre Posten verlieren würden. Nun sind sie einer Entlassung zuvorgekommen. Am
Dienstag hatten zudem zwei Staatssekretäre ihren Rückzug aus dem Kabinett angekündigt.

Wegen ihres Spesengebarens waren zudem Finanzminister Alistair Darling und Verkehrsminister Geoff Hoon zunehmend in die Kritik geraten. Zuletzt hatten sich Hinweise auf eine Ablösung Darlings verdichtet. Der Rücktrittsgesuche von Blears und Smith noch vor der Kabinettsumbildung gilt als Dämpfer für Premierminister Brown, dessen Labour-Partei bei der anstehenden Europa- und Kommunalwahl eine historische Wahlniederlage vorausgesagt wird.

Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass sich Parlamentsabgeordnete aller Parteien mit dubiosen und teils betrügerischen Abrechnungen auf Kosten der Steuerzahler bereichert hatten.

ZEIT ONLINE, sp, dpa

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