Politik : Spezialeinheit tritt Dienst in Afghanistan an

Lemgo - Die Bundeswehr hat mit dem 17. Kontingent für die internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF erstmals auch einen Kampfverband an den Hindukusch verabschiedet. Unter den 1200 Soldaten, die in den nächsten Wochen vom lippischen Augustdorf (Nordrhein-Westfalen) in den Norden Afghanistans aufbrechen werden, befinden sich auch 200 Mitglieder der schnellen Eingreiftruppe (QRF). Sie sollen unter anderem auch afghanische Einheiten im Kampf gegen die Taliban unterstützen. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) machte am Dienstag beim Verabschiedungsappell im lippischen Lemgo deutlich, dies bedeute auch Gefahr für Leib und Leben der Soldaten. Insgesamt umfasst das deutsche Kontingent in Afghanistan 3200 Soldaten.

Jung erklärte, die Gefahrenlage in Afghanistan habe sich in der jüngsten Vergangenheit verschärft. „Ihr Einsatz in Afghanistan erfolgt in einem zunehmend schwieriger gewordenen Umfeld“, rief er den auf dem Appellplatz in Lemgo angetretenen Soldaten zu. Der Auftrag der schnellen Eingreiftruppe umfasse den Gebrauch der Schusswaffe zur Abwehr von Angriffen und wenn ein Angriff unmittelbar bevorstehe, sagte Jung. „Ansonsten gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.“ Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, sagte, eine Ausweitung des Auftrags sei nicht notwendig. „Ich sehe keinen militärischen Grund, aufgrund einer völlig theoretischen Diskussion in Deutschland, die Taschenkarte für die Soldaten in Afghanistan ändern zu lassen“, sagte er. dpa

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