Politik : „Spiegel war ein deutscher Patriot“

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Berlin - Mit tiefer Trauer hat Deutschland auf den Tod des Präsidenten des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, reagiert. Spiegel war in der Nacht zum Sonntag im Alter von 68 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Vertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien und der Religionen würdigten Spiegel als großen Demokraten und Mahner für Toleranz. Bundespräsident Horst Köhler nannte Spiegel einen „deutschen Patrioten“. Er sprach im Namen aller Menschen in Deutschland der Familie sein tiefes Beileid aus. „Paul Spiegel hat sich um Deutschland verdient gemacht.“ Die Vizepräsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch, sagte: „Nicht nur die jüdische Gemeinschaft wird um ihn trauern.“

Mit „tiefer Erschütterung“ reagierte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Spiegel sei „eine beeindruckende Persönlichkeit“ gewesen, sagte die CDU-Vorsitzende. „Er mahnte, wo viele stumm blieben.“ Sein Einsatz für Zivilcourage, Toleranz und gegenseitigen Respekt sowie gegen Fremdenfeindlichkeit habe Maßstäbe gesetzt. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bezeichnete Spiegel als „große demokratische Persönlichkeit“.

Der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, würdigte Spiegel als wichtigen Gesprächspartner „im gemeinsamen Engagement für eine freiheitliche Gesellschaft“. Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz, sagte: „Wir haben in Paul Spiegel immer einen offenen und glaubwürdigen, menschlich überzeugenden und versöhnungsbereiten Repräsentanten des Judentums in unserem Land gefunden.“ Spiegel soll am Donnerstag in Düsseldorf bestattet werden. dpa/ddp

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